Der nun folgende Bericht ist mit Wortspielereien gespickt, die manch´ einem suspekt, ja gar psychopatisch dümmlich, erscheinen mögen. Ich werde versuchen mein „Insider-denken“ zurück zu schrauben und es so amüsant und erzählend wie möglich auch für Aussenstehende zu formulieren. Inspiriert durch Dakini. In Kopf und Geist, Körper und Seele erwacht. Der, dem diese Geschichte gewidmet ist, wird sie alleinig verstehen und nachvollziehen können. … Dies ist für dich, meine gelebte Liebe!
Es war ein schrecklich grauer Tag. Grau in meteorologischer und psychischer Weise. Sie saß am Bootssteg. Wartend auf ihren Shuttle ins Glück. In die Entspannung und Erholung. So vieles war geschehen. Alles hatte Spuren hinterlassen. In ihrer Seele, ihrem Kopf und auf ihrer Haut. Nur noch weg von hier…
Das Schiff, dass sie in ihre Entspannung entführen sollte, war eine Fregatte. Eine alte Fregatte. Abgewetzt an Holz und Leinen. Ankerte am Kai wie ein Stück Treibgut. Wie eine alte Frau, die ihre schönsten Tage hinter sich hatte und nun dahin trieb. Auf den Wellen des Lebens und der Erfahrung. Denkend, sinierend und zufrieden. Zufrieden in geistiger Weise, denn körperlich war ihre Reise bereits zu Ende gegangen. Vor langer Zeit bereits. Eine frigide Fregatte. Und vor genau so einem Schiff stand sie nun.
Die Reise konnte also beginnen. Eine Reise fort von allen Sorgen und Nöten. (Gg)urlaub. Fallen lassen und Sein dürfen. Entspannt und fliegend. Voll von Träumen und in ihrer Gesamtheit wuinlos.
Sie kam an Bord, empfangen von zwei zauberhaften Damen. Einen seltsamen Blick in ihrem Gesicht tragend, den sie erst später auf der Reise sollte deuten können. Sie zeigten ihr die ihr zugewiesene Kajüte. Die Damen gingen nicht voran; sie schwebten. In einer Leichtigkeit des Seins.
Ihre Unterkunft für die kommenden drei Wochen war klein, aber fein. Platz war eine Frage der Logistik, Raum hingegen eine Frage des Herzens. Man könnte sich auch in einer Streichholzschachtel wohl fühlen, wenn es das Leben mit einem gut meinte. Sie ordnete ihre Sachen, wusch ihr Gesicht und legte sich auf das kleine, leinenbespannte Bett. Füße hochlegen und fallen lassen. Schiffe hatten schon immer eine beruhigende Wirkung. Schaukeln, wie in Mutters Leib. Tonnen an Gewicht, die vom Wasser getragen werden, als sei es ein verwelktes Blatt. Schwimmend an der Oberfläche. Davon getragen von Zeit und Wind.
Die Reise dauerte nun schon vier Tage. Kein Land in Sicht. Sie fragte sich, wo es hingehen würde. Denn diese Art von Schiffen hatten selten ein vorgegebenes Ziel. Alles, was man wusste, war, es würde eine Reise von 21 Tagen sein. Zu welchem Ort man gelangen würde, oder welch Mahlzeiten einen auf der Reise erwarteten, blieb immer im Ungewissen.
Die Damen, welche ihr ihre Kajüten gezeigt hatten, hatte sie einige Male gesehen. Sie musste immer ein wenig lächeln, denn es war offensichtlich, dass die beiden keine Kinder von Traurigkeit waren. Des öfteren sah sie sie in Begleitung adrett gekleideter Herren. An der Schiffsbar oder auf dem Sonnendeck, Martini schlürfend und lassiv den Herren schöne Augen zu zu werfen. Spermadessen. Ihr schoss der Name mit einem Mal in den Kopf. Diese Art von Frauen hießen hoch über den Wolken Stewardessen, doch hier unten, auf See, ihre Aufgabe als Männerfressende-Weibsbilder erfüllend, waren sie Spermadessen. Hingen sich permanent an gut betuchte Mannsbilder. Folgten ihnen auf Schritt und Tritt und ließe keine Regel der Verführung außer Acht.
Sie wurde neugierig. Auch ein wenig aufgeregt, wo die Reise hingehen würde. Ein Gang zum Kapitän könnte nicht schaden. Einfach mal fragen und sehen, was heraus zu finden war. Sie hätte es lassen sollen. Der Kapitän schien anderweitig beschäftigt zu sein. Mit dem Bootsmaat hinterm Ruder waren die beiden sicher nicht auf der Suche nach der perfekten Route. Also zumindest nicht, was den Kurs des Schiffes anging. Laut §175 hätten die beiden die Aktion besser gelassen, aber wer will das schon auf hoher See kontrollieren? Nun gut, um eine Erfahrung und einige erotischer Bilder in ihrem Kopf reicher, aber noch immer nicht wissend, wohin die Reise ging, nahm sie Kurs auf ihre Kajüte. Ein wenig die Augen schließen, bis der Morgen durch das kleine Bullauge sie sanft an der Nase kitzeln würde.
Und der Morgen kam. Und wie er kam! Mit Sonne, Licht, guter Laune und Land in Sicht. Eine Insel. Wie aus einem Hochglanzprospekt. Kitschig und irgendwie irreal. Aber wunderschön. Palmen, Strand, Idylle und ein Gefühl der Leichtigkeit. Ankernd, Beiboot zu Wasser lassend und die wenigen Passagiere ans Ufer übersetzend begann der Morgen.
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