Als eifrige Blutspenderin kann ich stolzen Hauptes durch die Welt marschieren. Das Rote Kreuz verscherbelt meine Blutkörperchen in die Dritte Welt und ich bekomme zum Dank lecker Wurstsalat und eine coffeinhaltige Zuckerlösung in unbeschränkter Menge. Auch eine Form der Nachbarschaftsliebe. Es mag da draußen Menschen geben, die Blutspenden als unnötig erachten. Menschheitsverblödung und reiner Kommerz. Mag sein. Aber hey, wenns doch lecker Essen gibt?! So ein Mettbrötchen in Ehren kann niemand verwehren. Hat Omi schon immer gesagt. Seit kurzem verbinde ich Mettbrötchen allerdings mit modrigem Friedhofsgeruch. Danke an den Herrn mit dem Buttermilch-Schnurrbart, der sich mit Flachmann bewaffnet auf Fleischbeschauungen umher treibt. Ich ahnte bereits beim ersten Sichtkontakt seine Fleischeslust. Seine dunkle Seele, die sich an den Wassern des Lebens ergötzt. Fleischreste am Kinn hängend und Brotkrumen im Mundwinkel machte er mir klar, Mettbrötchen sind ein Teufelswerk. Irgendwann, wenn ich ihn wiedersehe, werde ich ihm meinen Blutspendeausweis zeigen und unter Tränen mitteilen, dass Mettbrötchen für mich gestorben sind.

Och, bei einem Mettbrötchen werde ich auch immer wieder schwach
ist schon interessant, was die sich alles einfallen lassen, um an blut zu kommen…. bei uns gibts schokolade !