Wie schnell es sich doch sagt, man sei fortan beste Freunde. Man gehe durch dick und dünn und wäre immer für den anderen da. Würde eine seiner Nieren geben, wenn es das Leben des Freundes rettet. So viele Dinge möchte man tun um den anderen die Wahrheit und Echtheit der kürzlich offenbahrten Gefühle zu verdeutlichen. Doch, wenn es dann einmal an den Punkt kommt, wo Worte nicht mehr reichen, sondern Taten erfordert sind…was dann? Steht man dann noch immer zu seinem Wort? Gibt man dann noch immer eines seiner Organe her? Vielleicht braucht man es selbst einmal ja. Vielleicht gibt es ja unter den zig Tausend Organspendern ein passendes Gegenstück. Denkt man sich vielleicht “Würde er es denn für mich auch tun?” ? Im Eifer des Gefechts oder der emotionalen Wärme des Moments verspricht man leichtfertig fast alles. Aber so schnell, wie man es ausspricht, ist auch schon wieder verstummt. Niemand kann behaupten sich innerhalb von 3 Sekunden dafür zu entscheiden seine Organe für jemand anderen herzugeben. Weder für den neuen besten Freund, noch für einen Fremden, dessen Leben an einer Leitplanke der Autobahn auf Messers Schneide stand. Ich habe einen Ausweis für so einen Fall. Nicht um sicher zu gehen, dass meine Mama im Falle des Falles mein Leben zurückbekommt. Eher aus dem Grund selbst einmal gemerkt und intensivst erlebt zu haben, wie es ist, alleine zurückgelassen zu werden. Voyeuristische Blicke zu erhalten, aber keine Hilfe. Menschen in die Augen zu sehen, sie um Hilfe anzuflehen und Angst und Scheu zu spüren. Vor einigen Tagen passierte auf einer Autobahn bei Münster etwas ähnliches. Ein LKW Fahrer weigerte sich ein brennendes Fahrzeug eines Kollegen zu löschen. Er sagte aus nicht helfen zu können, weil er ja selbst einmal sein Löschgerät brauchen könnte. Der Fahrer des brennenden Fahrzeugs war tot. Kann man diesem Menschen nicht weningstens die Würde der Nächstenliebe erweisen? Wie pervers sind einige Menschen?