Ein “Hoch” auf den Biber, der sein Unterfell seit gefühlten Äonen als Material für Cowboy-Hütchen sponsort (für alle, die es ganz genau wissen wollen, es war 1865, dass ein gewisser Typ namens Stetson sich ein derartiges Ding aufsetzte). Anderes Viechzeug mag ich gar nicht aufzählen, denn welcher sporenverzierter echte Kerl von Welt mit Schweißrändern unter den Achseln und an der Arschritze würde sich etwas anderes auf seinem halbkahlen Kopf stülpen, als ein Hütchen gemacht aus Biberunterfell? Es wäre schlichtweg blasphemisch.
Echte Typen kratzen sich am Arsch und reißen nur Sekunden später ein weiteres Stück vom halbverkohlten Steak hinunter ohne auch nur einen Gedanken ans Händewaschen zu vergeuden. Echte Typen rülpsen, furzen, lassen sich bereits vor 12 Uhr mittags zulaufen, könnten Pilzkulturen auf dem Dreck unter ihren Nägeln züchten, rasieren sich erst nach Einsetzen von Juckreiz und waschen sich höchstens 2 Tage nach Bemerken von Krustenbildung auf der Haut. Echte Typen tanzen nicht, sagen nie “Bitte” oder gar “Danke”, und lassen Frauen nur als erste durch die Tür gehen um ihnen auf die Ärsche zu schauen. Sie fluchen und gröhlen, beleidigen und provozieren. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen jemals so einen richtig echten wahren Kerl in einem Tanzlokal erspäht zu haben. Womöglich noch eine Dame zum gemeinsamen Schweben übers Parkett auffordernd. Da muss Frau dann schon selbst Hand anlegen bzw. die Kneifzange, sollte sie des Lebens überdrüssig sein und körperlich Nähe, koste es, was es wolle, wünschen.
Man stelle sich also folgendes Szenario vor: verqualmte Kneipe (die kleine Geschichte findet also vor der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes statt!) … ok, verqualmte Kneipe mit schnulzig staubiger Musik (die Gema ist informiert; danke der Nachfrage!) … ok, ok, verqualmte Kneipe mit schnulzig staubiger Musik und einem muffigen alten Wirt hinter dem Thresen, der Biergläser mit einem Tuch (zumindest sieht es so aus) das bereits die hinteren Ecken des Fussbodens gesehen hat und diese vorbildlich reinigte, poliert. Zwei schmierige Herren zieren den Threkenrand und halten sich schutzsuchend an ihren Gläsern fest. Hier und da sind weitere Personen zu erspähen, über die ich mich, in Anbetracht potentiell leicht erregbarer Lesermägen, nicht weiter auslassen möchte. Nun gut, besagte Kneipe, besagte Musik und besagte “Gäste”. Nun betritt also eine Dame zwilichtigen Gewerbes die Lokalität. In besonders gut aufgelegter Laune und tanzwillig. Die Herren schauen, betrachten, observieren, werten und urteilen. Dieser Umstand fällt ihnen allerdings schwer, da der Blick aufs Hinterteil verwehrt bleibt, weil die besagte Dame frontal den Raum betrat. Sie schaut sich um, sieht potentielle Tanzopfer und geht auf sie zu. Leicht gekonnter Wimpernschlag, kurzer Schleck über die Lippen und Luft kräftigst angehalten. Alles, was sie erntet ist Gelächter. Argwöhnische Blicke. Ignoranz. Echte Typen tanzen nun einmal nicht. Selbst, wenn der Bayerische Rundfunk “The night of Salsa” ausstrahlt. Salsa…Taccos…Burritos…Speckbohnen…eine feurige Mischung, die bei jedem Mann den Neandertaler wieder erwachen lässt; allerdings nicht bei der Sparte “echter Typ”. Denn der ist bereits in dieses Evolutionsstadium zurück gefallen und wird auf Gedeih und Verderb keinen Salsa tanzen, selbst, wenn man ihn in rosa Tutu an einem Pfosten schnallt und ihm abwechselnd den Arsch und gleich daraufhin sein besten Stück maltretieren würde. Es käme aber auf einen Versuch an …
In diesem Sinne … yeeehawww!