Ja, ich kann einfach nicht anders und muss die proktologische Erdbeertorte heute nochmal anschneiden. Will jemand n Stück? Ja? Kaffee oder lieber Tee dazu?
Also, ich muss zu meinem Vorgespräch, weil mir Anfang nächsten Monats Schläuche in den Magen und den Darm geschoben werden. Welch Freude! Mache mir bereits jetzt schon symbolisch in die Hose deswegen. Das schlimme ist ja gar nicht der Umstand, dass etwas in meinen Körper gesteckt wird, weil ich zum einen damit schon Erfahrungen sexueller Natur (höhöhö) habe und andererseits sediert werde. Nur ist das Warten eine echte Geduldsprobe, die doch arg an den Nerven nagt. Das schlimmste ist es doch, einen Termin zu haben und auf den bestimmten Tag zu warten. Kinder kennen das Problem, bezüglich des Heiligen Abends. Verliebte ebenso, während sie am Bahnhof auf ihre Liebesten warten. Zukünftige Großväter und -mütter auf den Anruf des Krankenhauses, ob es ein Mädchen oder ein Junge geworden ist. Feuerwehrmänner und -frauen auf die nächste Alarmglocke. Das Spiel ist unendlich weit fortführbar. Kann man, muss man aber auch nicht. Denn im Grunde ist das Warten das schlimmste und eher gefürchtet als das tatsächlich damit verbundene Ereignis. Man interpretiert Dinge in die Sache, die weder gerecht noch sinnvoll erscheinen, da das langsame Ticken der Uhr einen schier rasend macht. Die Zeiger laufen in dieser Zeit um ein gefühltes 5faches langsamer. Da rüttelt man schon einmal an der Uhr und lauscht, ob sie noch ganz richtig tickt, obwohl diese Frage lieber an sich selbst gerichtet werden sollte. Das emotionale Empfinden setzt während einer aufgezwungenen Wartephase einfach aus, funktioniert nicht korrekt, verknüpft seltsame Synapsen im Hirn. Schlussendlich ändert es aber nichts an dem Umstand, dass egal, was man während dieser ach so grausamen Zeit auch tut, Dinge normal weiterlaufen; alles richtig funktioniert; keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden sind. Warten verändert Denkprozesse und keine Tatsachen.